Das Knauf-Gipsbergwerk, die Tektonik und die Geophysik

Das von Knauf beauftragte Essener Gutachterbüro hat für die Beurteilung der geologisch-hydrogeologisch-hyraulischen Untergrundverhältnisse im 7 Quadratkilometer messenden Bergwerksareal 19 Tiefbohrungen abgeteuft, ausgewertet und die Ergebnisse im Gutachten für das gesamte Bergwerksareal extrapoliert bzw. interpoliert. Den Zwischenraum zwischen den im Mittel einen halben Kilometer voneinander entfernten „Bleistift“-Bohrungen lässt das Gutachterbüro vom Computer bezüglich der Untergrundstrukturen beurteilen, was immerhin hochgerechnet bei ca. 400 Quadratmetern mit den 19 Bohrungen erfasster Bergwerksfläche an die 100% den Computer machen lässt.

Was das konkret für das Projekt von Knauf bedeutet, zeigt die folgende Abb. 1.

Abb. 1. Schematischer Schnitt (nicht maßstabsgetreu) durch die Geologie des geplanten Bergwerks. Zwischen den etwa 500 m auseinanderliegenden Knauf-Bohrungen wird ein mit zwei Verwerfungen begrenzter tektonischer Horst (eine hochgehobene Scholle) angenommen. Wegen der Lössüberdeckung werden die Verwerfungen bei einer geologischen Kartierung natürlich nicht erkannt und tauchen in geologischen Karten nicht auf. Und natürlich wird die markante Tektonik auch nicht mit den. 19 Knauf-Bohrungen gesehen. Rot: die angeblich (Gutachten) im gesamten Bergwerksareal hydraulisch abdichtende Tonschicht (siehe weiter unten).

Wir fragen den Knauf-Gutachter-Computer, der den Zwischenraum zwischen den Bohrungen ja untersucht hat, ob er die Verwerfungen registriert hat … 🤒

Sarkasmus beiseite. Im Prinzip ergeben sich zwei Folgerungen.

— Bei der gezeigten unerkannten Verwerfung steht der Stollenvortrieb nach einer Sprengung plötzlich vor einer Wand, an der der Gips mit der Verwerfung nicht mehr da ist. Wie das Gipslager weitergeht, nach links, rechts, oben unten, bleibt offen.

— Die von den. Knauf-Gutachtern behauptete 9 m mächtige Tonschicht über dem Gipslager (roter Horizont in Abb. 1), die durchgehend über das gesamte Bergwerksareal hydraulisch undurchdringlich als Schutzschicht wirken soll, ist in einem solchen Fall Makulatur. Wasserwegsamkeiten auf die Verwerfungen begleitenden Bruchzonen sind nur zu wahrscheinlich.

Hier kommt nun die von Knauf und den Gutachtern unterlassene Geophysik mit dem ebenfalls sträflich ignorierten extrem hochauflösenden Digitalen Geländemodell DGM 1 ins Spie, womit wir auf die parallel aufrufbaren weiteren Artikel zum Knauf-Bergwerk verweisen, aus denen der Einfachheit halber die folgenden Abbildungen kopiert sind:

Das Gipsbergwerk Alltertheim und die unterlassene Geophysik

Das geplante Knauf Gipsbergwerk bei Altertheim

Das Gipsbergwerk Altertheim und die Geophysik

Das Gipsbergwerk Knauf Altertheim – Geophysik und Gravimetrie

DGM 1 des Knauf Bergwerksareals Altertheim in Vektordarstellung verweist auf eine intensive Tektonik, die das Knauf-Gutachten als nicht existent

Das obige DGM 1 als topografische Höhenlinienkarte und Interpretation eines dichten tektonischen Bruchmusters über dem geplanten Bergwerk.

Gravimetrie (Schwerekarte) eines tektonisch intensiv überprägten Untergrundes.

Geoelektische Messung von Widerstand und Induzierter Polarisation mit ausgeprägter Tektonik auf einem Profil bei Unteraltertheim nahe beim Bergwerksareal